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Code-Review mit KI: Frischer Blick statt Selbstbenotung

KI-Review funktioniert am besten mit frischem Kontext: Nicht der Agent, der den Code geschrieben hat, soll ihn benoten – und der Auftrag braucht klare Grenzen.

Das Kernprinzip: frischer Kontext

Anthropics Best Practices sind hier eindeutig: Ein frischer Kontext verbessert das Review, weil Claude nicht gegenüber Code voreingenommen ist, den es gerade selbst geschrieben hat. Der Autor hält seinen eigenen Lösungsweg tendenziell für richtig – ein Reviewer, der nur den Diff und die Kriterien sieht, bewertet das Ergebnis unabhängig. In Claude Code läuft der Befehl /code-review deshalb in einem eigenen Subagenten mit frischem Kontext.

Die Werkzeuge

Lokal prüft /code-review den aktuellen Diff auf Bugs, bevor du pushst. Auf GitHub kann ein automatisches Review jeden Pull Request analysieren und Befunde als Inline-Kommentare mit Schweregrad posten.

Was KI-Review gut kann – und was nicht

Stark ist es bei Korrektheit: Logikfehler, übersehene Randfälle, Verstöße gegen dokumentierte Projektregeln. Schwach ist es bei Urteilen, die Kontext außerhalb des Codes brauchen: Architektur-Entscheidungen, Tradeoffs, ob eine Abstraktion das Team langfristig weiterbringt. Und: Ein Reviewer, der Lücken finden soll, findet fast immer welche – auch bei solider Arbeit.

Den Auftrag eingrenzen

Deshalb den Review-Prompt begrenzen: Benenne, was geprüft wird, wogegen und was als Befund zählt. Die Doku formuliert es so: "Report gaps, not style preferences" – melde Lücken, keine Stilvorlieben.

BEISPIEL

Review-Prompt mit klaren Grenzen: 'Nutze einen Subagenten und prüfe den Rate-Limiter-Diff gegen PLAN.md. Prüfe: Jede Anforderung umgesetzt? Randfälle getestet? Nichts außerhalb des Auftrags geändert? Melde Lücken, keine Stilvorlieben.'

🛠️ ÜBUNG — MACH DAS BEI DIR

Lass einen Diff von einem frischen Kontext reviewen und bewerte die Befunde selbst.

  1. Mache in einem Projekt eine kleine Änderung (oder nimm einen offenen Branch) und führe in Claude Code /code-review aus.
  2. Sortiere die Befunde in zwei Gruppen: 'betrifft Korrektheit' und 'Stil/Geschmack'.
  3. Behebe nur die Korrektheits-Befunde und notiere, welche Funde du bewusst verwirfst – mit einem Satz Begründung.

SELBST-CHECK

  • Konntest du jeden Befund einer der beiden Gruppen zuordnen?
  • Hast du mindestens einen Befund begründet verworfen, statt allem nachzujagen?
  • Kannst du erklären, warum das Review in einem Subagenten statt in deiner Session lief?

KURZ-QUIZ

Warum soll Code-Review laut Anthropic in einem frischen Kontext laufen – und nicht in der Session, die den Code geschrieben hat?

QUELLEN

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